Fensterbauer, Rauchabzug, Lüftung

Risikobeurteilung + Schutzmaßnahmen

Fensterbauer tragen als verantwortliche Errichter von kraftbetätigten Fenstern das Haftungsrisiko

Stellen Sie sich vor, Ihr Fensterantrieb fährt auf und zu ohne Rücksicht auf mögliche Gefahren. Selbst wenn jemand seinen Finger in die Schließkante hält, wird der Antrieb beim Schließen nicht langsamer oder stoppt. Bei Krafteinwirkungen von bis zu 300 N könnte dieses Szenario ganz schön schmerzhaft ausgehen. Damit so etwas nicht geschieht, muss laut der Produktnorm DIN EN 14351-1 für Fenster und Außentüren – basierend auf der Maschinenrichtlinie 20006/42/EG – eine Risikobeurteilung für solche Systeme vorgenommen werden. Dazu ist der Errichter, also derjenige, der den Antrieb bzw. das Antriebssystem mit dem Fenster zusammenführt (z.B. Metallbauer, Fensterhersteller oder RWA-Errichter), verpflichtet. Er haftet, sollten die entsprechenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen nicht erfüllt werden.

Dabei erfolgt die Risikobeurteilung nicht erst bei der Montage, sondern beginnt bereits frühzeitig in der Planung. So muss das System aus Antrieb und Fenster auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikobeurteilung bereits konstruiert und hergestellt worden sein.

 

Die Risikobeurteilung umfasst:

  • Das Abschätzen möglicher Gefahren
  • Das Durchführen von geeigneten Schutzmaßnahmen
  • Das Warnen vor Restrisiken

Mögliche Gefahrenstellen bei kraftbetätigten Fenstern

 

1. Quetsch- und Schergefahr an Hauptschließkante 

2. Antrieb (unvollständige Maschine)

3. Stoßgefahr

4. Quetsch- und Schergefahr an Nebenschließkanten

5. Gefahrenstellen zwischen Nebenschließkante und Laibung

Friedrich Reckfort - Geschäftsführer der D+H Deutschland GmbH

„Durch kraftbetätigte Fenster, insbesondere bei automatischer Ansteuerung, kann ein Gefährdungspotential entstehen, dem die Planer mit entsprechenden Vorgaben begegnen müssen“.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Für den Einsatz von elektromotorischen Fensterantrieben gibt es keine universellen Schutzmaßnahmen – es ist immer eine objektbezogene Risikoanalyse notwendig. Je nach vorhandenem Risiko sind dann unterschiedliche Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung zu treffen. Durch eine vorgegebene Risikobewertung der Einbausituation, Nutzung und Steuerung werden über ermittelte Schutzklassen die erforderlichen Schutzmaßnahmen bestimmt. Dabei decken Maßnahmen höherer Schutzklassen die der niedrigeren automatisch mit ab. Mögliche Schutzmaßnahmen sind z.B. Warnhinweise, gerundete gepolsterte Kanten oder Kontaktsensoren.

D+H is at your side as a certified partner in risk assessment and supports you in planning. The standard version of the D+H window drives already covers many of the protective measures. If additional options are required, these can be ordered easily. Here some examples:

 

  • Warnhinweise

    Jedem D+H Antrieb liegt ein Aufkleber mit einem Warnhinweis zum Anbringen an dem kraftbetätigten Fenster bei.

  • Schließkräfte 80 N bis 150 N

    Jedem D+H Antrieb liegt ein Aufkleber mit einem Warnhinweis zum Anbringen an dem kraftbetätigten Fenster bei.

  • Akustische Warnsignale (Option -AS2)

    Bei dieser Option ist der Antrieb mit einem 2,3 kHz Signalgeber ausgestattet. Während der Schließbewegung des Fensters wird ein akustisches Signal über den gesamten Hub abgegeben. Taktung: 0,5 s Pause und 0,5 s Signal. 

  • Sicherung durch Schutzeinrichtungen (Option -SKS)

    Bei allen D+H Antrieben mit BSY+ Technologie können berührungsbehaftete oder berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen direkt an den Antrieb bzw. die Antriebsgruppe angeschlossen werden – wie zum Beispiel der Präsenzmelder PD-C180i/16 DH.

Ihre Checkliste

Was müssen Sie tun, um die Anforderungen der Maschinenrichtlinie zu erfüllen?

  • Risikobeurteilung durchführen
  • Schutzklasse ermitteln
  • Schutzmaßnahmen umsetzen
  • Konformität bescheinigen
  • CE Kennzeichnung aufbringen

 Weitere Informationen finden Sie in unserem Merkblatt.