Zurück zur Übersicht Dezember 2021

Frische Luft und kraftvolle Ventilatoren

Systemlösungen von D+H sorgen mit einer natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsanlage (NRA) seit über 50 Jahren weltweit für einen sicheren Rauchabzug im Brandfall. Doch wenn die thermischen Gegebenheiten für eine natürliche Entrauchung nicht mehr ausreichen, muss mit motorisch angetriebenen Ventilatoren nachgeholfen werden. D+H bietet für diese maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (MRA) nun ebenfalls Systemlösungen an. 

 

Wie funktioniert maschineller Rauchabzug?

Eine maschinelle Rauch- und Wärmeabzugsanlage (MRA) sorgt im Brandfall dafür, dass insbesondere innenliegende Nutzungseinheiten, Kellerräume oder Tiefgaragen sicher entraucht werden können. Zudem können Einkaufszentren, großflächige Industriegebäude, Logistikzentren, Kraftwerke oder Heizungsanlagen mit einer maschinellen Entrauchungsanlage ausgestattet werden. Der Einsatz einer maschinellen Entrauchungsanlage kann sich auch aus Vorgaben lokaler Richtlinien und Verordnungen oder der Baugenehmigung ergeben. Mittels motorisch betriebener Ventilatoren saugt eine MRA den Rauch direkt oder über ein installiertes Kanalsystem aus dem Gebäude. Gleichzeitig wird über Nachströmöffnungen eine vergleichbare Menge Frischluft zugeführt. So entsteht im unteren Bereich der Räume dauerhaft eine raucharme Schicht, in welcher der Brand bekämpft und Personen gerettet werden können. Gleichzeitig wird durch die gezielte Wärmeabfuhr die Gebäudekonstruktion thermisch entlastet. Dies erleichtert die Löscharbeiten und erhöht die Sicherheit der Feuerwehrleute. Außerdem steigt bei niedrigeren Temperaturen die Wahrscheinlichkeit, dass ein brennendes Gebäude dennoch erhalten werden kann. Eine MRA hilft dabei, dass Personen, die sich noch im Gebäude aufhalten, gerettet werden können und dient dem Sachschutz sowie dem Schutz gegen Betriebsausfälle. Sie kann auch zur allgemeinen Be- und Entlüftung sowie zur Entlüftung nach dem Austritt von Gasen, wie beispielsweise CO, NO2 oder LPG, genutzt werden. 

 

Aus welchen Komponenten besteht eine MRA?

Eine MRA-Systemlösung wird in der Regel objektspezifisch, also je nach Nutzung geplant und anschließend gefertigt. Sie eignet sich von daher eher nicht für die Serienfertigung. Allerdings besteht eine solche Anlage üblicherweise aus Entrauchungsventilatoren, automatisierten Zuluftöffnungen, Entrauchungs- bzw. Brandschutzklappen, Rauchmeldern sowie einer Steuerungszentrale wie der CPS-M von D+H. Die einzelnen Komponenten der Anlage werden zu einem Komplettsystem verbunden, installiert und eingemessen. Danach garantiert die CPS-M das vollautomatisch abgestimmte Zusammenwirken der Anlage. Im Brandfall setzt sich die Anlage automatisch in Betrieb, sobald Rauch festgestellt wird. Die Anlage kann jederzeit auch manuell ausgelöst werden.

 

So funktioniert maschineller Rauchabzug mit einer D+H-Lösung

D+H hat eine vollumfassende Steuerung für sämtliche Anwendungsbereiche, wie beispielsweise eine maschinelle Entrauchungsanlage, entwickelt. Die CPS-M von D+H ist eine nach individuellen Anforderungen modular erweiterbare Zentrale um Systeme zur Eindämmung der Ausbreitung von Rauch, Wärme und Feuer zu steuern. Sie steuert und überwacht alle Komponenten und sie regelt die Stromversorgung der gesamten Anlage. Im täglichen Gebrauch eignet sie sich außerdem für die Steuerung von Lüftungssystemen in Gebäuden.

Die besondere Leistungsfähigkeit kommt jedoch vor allem bei komplexen MRA-Anlagen zum Tragen. Die Programmierung und der Aufbau basiert auf Brandszenarien oder auf relevanten Richtlinien für die Ausführung von Entlüftungssystemen. So kann die Steuerung beispielsweise in Tiefgaragen verwendet werden. Melden Sensoren zu viel Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2) oder Flüssiggas (LPG) in der Tiefgarage, werden von der CPS-M gesteuerte Entrauchungsventilatoren gestartet.

 

Komfortable Parametrierung mit der D+H SCS Software 

Um eine MRA-Anlage von D+H zu automatisieren bedarf es lediglich der von D+H entwickelten Software SCS. Die besonders nutzerfreundliche Software wird von Errichtern seit Jahren für die Konfiguration und Diagnose von größeren Netzwerken verwendet. Die CPS-M wird über diese Software ganz einfach per Drag und Drop konfiguriert. Ebenso einfach ist es, mehrere Linien von Meldern und Gruppen von Antrieben in großen und komplexen Netzwerken miteinander zu kombinieren. Dabei spielt es keine Rolle, an welche Steuerung einzelne Komponenten angeschlossen sind. Mit der Software lassen sich alle Elemente von jeder beliebigen Stelle aus konfigurieren.

Die Parametrierung der CPS-M findet also in der gewohnten Umgebung der Software statt. Entsprechend einfach gestaltet sich auch die Parametrierung aller Komponenten der MRA. Der Errichter kann dabei auf bekannte Funktionen wie RWA-Verknüpfungen zurückgreifen. Die Möglichkeit, einzelne Komponenten des Netzwerks mit individuellen Bezeichnungen zu versehen, sorgt für eine bessere Übersicht – selbst bei komplexen Netzwerken. Die komplette Konfiguration wird im Netzwerk gespeichert, so dass zum Auslesen des Netzwerks keine Datenbank oder ähnliches benötigt wird.Die Vernetzung der mehreren D+H Steuerungen erfolgt durch das vom VdS zertifizierte Bussystem "AdComNet" von D+H. Mit dieser Technologie lassen sich Steuerungszentralen zu einem dezentralen, übergreifenden System zusammenfassen. Die Steuerungen werden dabei so verknüpft, dass je nach Raumnutzung komplexe Szenarien bzw. individuelle Rauchabschnitte konfiguriert werden können. 

 

Einfache Integration in Gebäudetechnologie 

Die CPS-M unterstützt die Protokolle Modbus RTU, KNX und Bacnet, wodurch Statussignale der einzelnen Komponenten und Steuersignale an die Gebäudeleittechnik (GLT) weitergegeben werden können. Um den Betriebsstatus mehrerer Steuereinrichtungen im Gebäude anzuzeigen, kann ein gemeinsames Touch-Panel verwendet werden. Dadurch behält man selbst in großen, ausgedehnten Systemen mit vielen Teilnehmern den Überblick.

 

Auch natürliche Lüftung ist mit einer MRA-Anlage möglich

Grundsätzlich eignet sich das Prinzip einer maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlage auch zur natürlichen Lüftung von Gebäuden oder einzelnen Räumen. Dafür spricht vor allem ein theoretisch möglicher, hoher Luftaustausch in denkbar kürzester Zeit. Zur Regelung des Lüftungsbetriebs wird eine flexible, leistungsfähige MRA-Zentrale, wie die CPS-M, zur gleichzeitigen Steuerung der Lüftungszyklen und der gesamten maschinellen Entrauchungsanlage sowie ggf. zusätzliche Sensoren benötigt. So lassen sich verbrauchte Luft, Aerosole und Gase schnell abtransportieren. Diese zusätzliche Lüftungsfunktion lässt sich unkompliziert über ein Touch-Panel steuern. 

Interessierte Gebäudebetreiber oder Fachplaner können sich gerne direkt an unsere MRA Spezialisten kundencenter@dh-partner.com wenden. 

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